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Wissenswertes über Wasserkühlungen

 

Wasserkühlungen

Seit einiger Zeit werden auf dem Markt kommerziell Wasserkühlungen für PC-Systeme angeboten. Die Auswahl ist unübersichtlich groß, es gibt schier endlos viele Hersteller, Varianten und Teile.

Doch wozu das alles? Braucht man so etwas?

Ich sage: Ja.

Eine Wasserkühlung setzt man aus mehreren Gründen in einem PC ein, da sie technisch viele Vorteile im Vergleich zur konventionellen Luftkühlung mit sich bringt.

Eine Wasserkühlung kann mehr Wärme abführen als eine normale Luftkühlung und benötigt dazu keine lauten Lüfter. Ihr reicht ein leichter Luftstrom über den Wärmetauscher (auch Radiator genannt), um ein System kühl zu halten.

Womit der zweite Vorteil angeschnitten wäre: Lautstärke. Wenn man eine starke Kühlung benötigt, wie es bei aktuellen Hochleistungs-PCs der Fall ist, steigt oft die Lautstärke in Dimensionen an, die kein entspanntes Arbeiten mehr ermöglichen. Bei einer Wasserkühlung werden statt vielen kleinen Lüftern wenige, dafür große Lüfter eingesetzt, um den Radiator zu kühlen. Vorteil? Diese großen Lüfter transportieren schon bei geringen Umdrehungszahlen mehr Luft als kleine Lüfter, können dementsprechend langsamer und leiser werkeln. Dazu kommt, dass durch die Größe auch die Frequenz des Geräuschs tiefer wird. Kein hochfrequentes Fiepen mehr, dafür ein tiefes, angenehmes Säuseln.

Also hätten wir als Vorteile bisher die Kühlleistung und die Lautstärke. Nicht schlecht, aber ist das schon alles?

Nein, ist es nicht.

Eine Wasserkühlung bietet z.B. eine sehr gute Ausfallsicherheit im Vergleich zu einer Luftkühlung. Wenn z.B. bei einem herkömmlichen Luftkühler der Lüfter ausfällt, überhitzt der Prozessor sehr schnell und bringt das System zum Stillstand. Bei einer Wasserkühlung kann das System noch wesentlich länger laufen, wenn die Lüfter ausfallen. Selbst bei einem Ausfall der Wasserpumpe, die für die Bewegung des Wassers im Kreislauf benötigt wird, läuft das System noch sehr lange, man gewinnt also Zeit entsprechend zu reagieren. So kann man z.B. die Shutdown-Temperatur, die den Rechner vor bleibenden Schäden schützt, bei einer Wasserkühlung sehr viel niedriger einstellen als bei einer Luftkühlung, was der Lebensdauer der Komponenten zugute kommt.

Ein eher aktueller Vorteil von Wasserkühlungen ist der Platzbedarf. Nur leise kann man auch mit Luft kühlen mittlerweile, doch zu welchem Preis? Aktuelle Luftkühler sind sehr groß und schwer, womit sie nicht nur z.B. die Halterungen des Mainboards belasten, sondern auch die gekühlten Bauteile. Ein Transport des PCs endet so oft mit defekter Hardware, weil der schwere Kühler sich verselbständigt hat.

Der Platzbedarf der Kühler ist oft so groß, dass man bestimmte Kühler nur auf wenigen Systemen verwenden kann, weil Bauteile die Montage blockieren.

Diese Probleme kennt eine Wasserkühlung nicht. Die verwendeten Kühler selbst sind alle sehr viel leichter als Luftkühler (innerhalb der Spezifikationen der Prozessor-Hersteller) und nehmen deutlich weniger Platz weg. Schwere und große Teile, wie der Radiator, werden fest mit dem Gehäuse verschraubt, wo man sie sicher transportieren kann und wo sie auch keinen schädigenden mechanischen Einfluß auf die verbauten PC-Komponenten haben.

Welche Teile braucht man überhaupt für solch eine Kühlung?

Zum einen braucht man einen Kühler, der direkt auf dem jeweiligen Chip sitzt (wie bei einem Luftkühler auch), jedoch gibt dieser hier die Wärme an das Wasser ab, nicht an die ihn umgebende Luft. Dann braucht man einen Radiator, der die vom Kühler aufgenommene Wärme an die Außenluft abgibt (irgendwo muß die Wärme ja hin!). Und zu guter letzt noch eine Pumpe, die die Kühlflüssigkeit im Kreislauf zirkulieren lässt. Verbunden werden diese Teile dann durch Schläuche (aus verschiedenen Materialien, doch hierzu später mehr).

Zusammenfassend kann man also sagen, dass eine Wasserkühlung

- eine bessere Kühlleistung ermöglicht

- eine leisere Kühlung ermöglicht

- einen stressfreien Transport ermöglicht

- eine bessere Ausfallsicherheit besitzt

- nicht bei jedem Systemwechsel getauscht werden muß (durch austauschbare Halter)

Klingt zu schön um wahr zu sein? Richtig, Nachteile gibt es natürlich auch. Der erst Einbau dauert bei einer Wasserkühlung meist länger, da mehr Teile verbaut werden müssen. Je nach verwendetem Gehäuse und zu installierenden Teilen müssen zudem noch kleinere Änderungen am Gehäuse vorgenommen werden, wie z.B. das Bohren und Schneiden von Löchern für die Montage von Pumpe und Radiator. Hat man diese jedoch einmal installiert, dauert die Installation neuer Hardware mit einer Wasserkühlung auch nicht länger als mit einer Luftkühlung.

Ein weiterer Nachteil einer Wasserkühlung ist der Preis. Je nach Größe des Kühlsystems ist der Preis merklich höher als bei einer Luftkühlung, wobei man dafür entsprechend mit niedrigem Betriebsgeräusch und hardware-freundlichen Temperaturen belohnt wird.

Eine Wasserkühlung besteht also grundlegend aus 3 Komponenten, dem Kühler, Radiator und der Pumpe. Wieso dann diese Vielfalt?

Zum Einen gibt es diverse Varianten dieser Teile für die unterschiedlichsten Einsatzbereiche und Zielsetzungen, zudem führen viele Wege zum Ziel. Also langsam und der Reihe nach eine kleine Übersicht der verschiedenen Varianten.



Kühler

Hier gibt es diverse Wirkungsweisen, die sich von der Leistung, Durchflußwiderstand und Optik unterscheiden.

Angefangen hat alles mit den Kanalkühlern. Hier wurde ein einfacher Kanal, ähnlich einem breiten Gang, in ein Stück Aluminium oder Kupfer gefräst. Das Wasser fließt hierbei durch den Kanal und nimmt so die Wärme von den Wänden auf.

Wegen der relativ großen Freiräume im Inneren haben diese Kühler typischerweise eine recht dicke Bodenplatte (und eine ensprechend eingeschränkte Leistungsfähigkeit, da sich der thermische Widerstand proportional zur Bodenstärke verhält), dafür allerdings einen sehr geringen Durchflußwiderstand. Diese Kühler werden heutzutage meist noch für Chipsatz-, Festplatten- und kleinere Bauteil-Kühler (wie z.B. Spannungswandler oder RAMs) verwendet.

Eine Abwandlung der Kanalkühler ist der Kernkühler. Hier wird ein Kupfer- oder Aluminiumkern von der Kühlflüssigkeit mehr oder weniger gesteuert umspült und nimmt an dessen Oberfläche die Wärme auf. Diese Kühler hatten meist schon eine wesentlich größere Oberfläche als die flachen Kanalkühler und zeichnen sich ebenfalls durch einen sehr guten Durchflußwiderstand aus. Ihre Leistung ist im Vergleich zu den Kanalkühlern schon ein gutes Stück besser, wobei diese Kühler noch immer sehr gut für die CPU- und GPU-Kühlung eingesetzt werden können.

Alle anderen Kühler-Bauarten haben einen höheren Durchflußwiderstand, den man für eine bessere Kühlleistung bezahlt.

Um die Oberfläche weiter zu erhöhen, wurden sogenannte Microstruktur-Kühler ins Leben gerufen. Sie sind oft sehr flach gebaut und haben dennoch eine enorm große Oberfläche. Bedingt durch den hohen Widerstand wurde jedoch nach weiteren Lösungen gesucht, weshalb heutzutage meist sogenannte Düsenkühler eingesetzt werden.

Hier strömt das Wasser durch eine Düse, die es zerstäubt und somit künstlich dessen Oberfläche erhöht. Diese Kühler bieten meist einen besseren Durchflußwiderstand als Microstrukturkühler und die beste Kühlleistung aller derzeitigen Kühlarten. Sie haben eine geringe Baugröße und ein geringes Gewicht, erfordern jedoch eine sehr gute Fertigungsqualität aufgrund der kleinen Strukturen für die Düsen und die Bodenplatte.

Die Kühler selbst wurden im Lauf der Jahre also leistungsfähiger, kleiner und leichter. Einzig der Durchflußwiderstand ist gestiegen, wobei auch dafür eine Lösung gefunden wurde (Stichwort Pumpen).



Radiator

Als weiteres wichtiges und leistungsbestimmendes Bauteil wäre der Wärmetauscher bzw. Radiator zu nennen.

Er kühlt die in den jeweiligen Kühlern erwärmte Kühlflüssigkeit wieder ab, indem er die Wärme an die Umgebungsluft abgibt.

Radiatoren teilt man meist in 2 Gruppen auf, aktiv und passiv. Aktive Radiatoren sind mit Lüftern bestückt, meist 120x120mm, und kühlen so auf vergleichsweise kleiner Fläche, wobei sie meist direkt im Gehäuse Platz finden. Passive Radiatoren benötigen keine Lüfter, dafür aber wesentlich mehr Platz, weshalb sie meist nur extern verbaut werden. Diese Radiatoren findet man entsprechend meist außen an Gehäusewänden montiert oder freistehend im Raum. Man kann auch beide Varianten zusammen in einem Kreislauf betreiben, und z.B. zum Transport den externen Radiator mit leckfreien Schnelltrennkupplungen versehen (ähnliches System wie bei einem Druckluft- oder Gartenschlauch).

Die aktiven Radiatoren werden meist nach Größe sortiert angeboten, angefangen bei kleinen Modellen für einen 80mm Lüfter bis hin zu den großen Modellen für 3 120mm Lüfter.

Verschiedene Größen, aktiv/passiv, schön und gut. Aber was braucht man nun, um was zu kühlen?

Hier kann man mit ein paar Richtwerten arbeiten, je nach persönlichem Geschmack und der gewünschten Lautstärke kann die Wahl leicht davon abweichen.

Empfehlungen:

Um rein eine CPU zu kühlen, je nachdem auch zusätzlich der Chipsatz, reicht ein Single-Radiator für einen 120mm Lüfter oder für einen 80mm Lüfter. Der Radiator für einen 120mm Lüfter hat dann hierbei natürlich mehr Reserve in betracht auf Kühlleistung und Lautstärke wie der Radiator für einen 80mm Lüfter.

Will man zusätzlich eine Grafikkarte kühlen, sollte man einen Dual-Radiator für 2 120mm Lüfter wählen. Dieser bietet für die Kühlung von CPU, Chipsatz und Grafikkarte eine gute Leistung, bei der man auch sehr leise Lüfter verwenden kann.
Für die Kühlung einer CPU mit großer Abwärme (Pentium 4 Prescott, Extreme Edition oder Athlon 64 FX, Clawhammer) und einer großen Grafikkarte (z.B. X800/850, GeForce 6800 GT/Ultra) wäre der Einsatz eines Triple-Radiators für 3 120mm Lüfter angebracht, um eine leise Kühlung mit guten Temperaturen zu gewährleisten.

Kommt zu diesen Komponenten noch eine zweite Grafikkarte, wie bei Nvidia SLI-Systemen, hinzu, so muß man meist noch einen Schritt weiter gehen: Hier empfiehlt sich ein aktiv belüfteter Mora2 Pro Radiator oder eine Kühlung mit 2 Triple-Radiatoren, um diese Abwärme leise abführen zu können.

Für eine optimale Kühlleistung sollten zudem ein paar Dinge beachtet werden:

Die Lüfter sollten möglichst genugend Raum zum ansaugen und wegblasen der Luft haben. Das heißt, dass z.B. im Gehäuse nicht unmittelbar unter dem Radiator Komponenten verbaut sind. Hier sollte als Mindestmaß ein Abstand von 5, besser von ca. 10cm zur nächsten größeren Hürde sein, wie z.B. einem CD-Laufwerk oder dem Netzteil.

Für die Montage des Lüfters auf dem Radiator sollte man beachten, dass die Lüfter stets mit den Stegen zum Radiator hin verbaut werden.

Die beste Kühlleistung erhält man, wenn man den Radiator mit kühler Raumluft kühlt, und dafür die Lüfter zwischen Gehäusewand und Radiator montiert (Stege Richtung Radiator!). Möchte man das Geräusch der Lüfter gern weiter dämmen und das Gehäuse durch die Lüfter auf dem Radiator mit kühlen, so empfiehlt sich die Montage der Lüfter unter bzw. hinter dem Radiator (liegende/stehende Montage des Radiators). Diese Variante kühlt das Wasser durch die wärmere Gehäuseluft nicht so gut, kann dafür aber in manchen Gehäusen eine leicht verbesserte Innentemperatur erreichen.
Welche dieser 2 Varianten man schlussendlich wählt, sollte man nach einem Vergleich der beiden entscheiden. Im Allgemeinen ist die zweite Variante nur für sehr geräuschempfindliche Naturen von Interesse, da man hier wertvolle Leistung verschenkt.

Um bei den passiven Radiatoren eine gute Kühlung zu gewährleisten, muß man sehr sorgsam bei der Auswahl der Komponenten wie auch, und vor allem, der Platzierung des Radiators sein. Um die Konvektion nicht zu behindern, sollte an möglichst vielen Seiten Platz zum zirkulieren der Luft sein. Das heißt, man sollte einen passiven Radiator möglichst nicht unter einem Schreibtisch montieren oder den passiv gekühlten PC von allen Seiten zustellen. Zusätzlich ist es wichtig, dass keine weitere Hitzequelle (wie z.B. eine Heizung) direkt in der Nähe ist, oder z.B. dass ein schwarzer passiver Radiator im direkten Sonnenlicht steht.

Die Leistung dieser Radiatoren kann man in etwa auf dem Niveau eines guten Dual- bzw. Triple-Radiators ansiedeln, wobei wie gesagt die äußeren Umstände hier entscheidend sein können.



Pumpe

Als drittes wichtiges Teil einer Wasserkühlung wäre die Pumpe zu nennen. Hier unterscheidet man zwischen 230V Pumpen mit Netzanschluß und 12V Pumpen, die man direkt am Netzteil des PCs anschließen kann.

Sie gibt es von vielen verschiedenen Herstellern und in unterschiedlichen Leistungsklassen. Die Pumpe ist je nach System nicht so stark leistungsbestimmend wie z.B. der Radiator oder der Kühler, jedoch sollte sie einen konstanten und guten Durchfluß gewährleisten können. Die Förderhöhenangabe der Pumpe ist hierbei bei den aktuellen Systemen am interessantesten, da die aktuell sehr beliebten Düsenkühler mit ihrem vergleichsweise hohen Widerstand eine eher kraftvolle Pumpe für die volle Leistung benötigen, wie z.B. die AP900 oder im Besonderen die Laing DDC, welche zusätzlich durch ihre geringe Größe hervorsticht.

Pumpen werden in der Regel entkoppelt, d.h. vom Gehäuse getrennt und schwingend gelagert, verbaut. So ist gewährleistet, dass sich ihre Vibrationen nicht auf das Gehäuse übertragen, und die Wasserkühlung ihr volles Potenzial in Sachen Lautstärke ausspielen kann.

Die Vorteile der 230V Pumpen sind, dass man sie direkt an einer Steckdose anschließen kann, was z.B. beim Befüllen des Systems hilfreich ist, insofern man keinen Überbrückungs-Adapter oder ein zweites Netzteil hat. Zudem sind sie fast überall und vergleichsweise günstig zu haben.

Nachteil bei ihnen ist allerdings, bedingt durch den Anschluß, das sogenannte 50Hz-Brummen, was manche Zeitgenossen als störendes Geräusch empfinden.

12V-Pumpen, die direkt am Netzteil des PCs angeschlossen werden, weisen dieses Brummen nicht auf. Zudem hat man hier den Vorteil, nicht vergessen zu können die Pumpe einzuschalten, da sie automatisch mit dem ganzen PC gestartet wird (was man bei 230V Pumpen sonst mit zusätzlich zu kaufenden Relais machen muß). Sie sind oft genau auf die Bedürfnisse einer Wasserkühlung abgestimmt (wie die Laing DDC) und meist nicht so laut wie ihre 230V-Kollegen.

Die Laing DDC und die AP900 haben zudem noch den Vorteil einer sehr guten Förderhöhe, die bei einer Wasserkühlung in einem höheren Druck, der den hohen Widerstand der Kühler gut überwindet, resultiert. Die Laing kommt zusätzlich dazu noch mit einem Tacho-Anschluß daher, so dass man ein weiteres Sicherheits-Feature nutzen kann: Viele Boards unterstützen z.B. eine Notabschaltung wenn kein Lüfter-Drehzahl-Signal erkannt wird, genau dieses kann man bei der Laing nutzen. Sollte die Pumpe nicht laufen, schaltet sich der PC automatisch ab.

Diese Pumpe hat außerdem als Vorteil, dass sie bedingt durch ihre Größe und Montagemöglichkeiten besonders leicht im Gehäuse zu verbauen und zu entkoppeln ist, ideal für Einsteiger. Mehr Leistung als bei ihr findet man auch nicht, einzig in der Leistung steht sie der AP900 nach.

All die bisher besprochenen Pumpentypen sind sogenannte Inline-Pumpen, die außerhalb des Wassers betrieben werden. Als weiteren Clou gibt es auch noch Tauchpumpen, die direkt in einem Wassergefäß betrieben werden, wie die Alphacool Pumpstationen.

Hier ist die Pumpe direkt in der Kühlflüssigkeit eingetaucht und wird so zusätzlich durch das umschließende Wasser gedämmt. Außerdem hat man einen geringeren Montageaufwand, da man statt 2 Teilen (Pumpe und Ausgleichbehälter) nur eines montieren muß.

Empfehlung:

Für große Kreisläufe und solche mit restriktiven Kühlern, wie z.B. Düsenkühlern, ist also eine Pumpe wie die Laing DDC die erste Wahl, da sie mit ihrem Druck hier keine Probleme bekommt, noch einen ordentlichen Durchfluß zu bewerkstelligen.

Für kleinere Kreisläufe oder solche mit einfacheren Kernkühlern kann man auch guten Gewissens zu Pumpen wie der AP900 oder sogar einer Pumpstation greifen, da diese entweder günstiger oder schön einfach und schnell zu montieren sind.

Zusätzlich zu diesen Komponenten gibt es eine Vielzahl an nützlichem Zubehör, die den Umgang mit der Wasserkühlung vereinfachen und erleichtern.

Hier wäre der Ausgleichsbehälter an erster Stelle zu nennen, da er eine entscheidende Rolle beim Langzeitbetrieb einer Wasserkühlung einnimmt.

Schon beim Befüllen spart er wertvolle Zeit, da für die Pumpe immer ein Wasservorrat zum Ansaugen bereit gestellt wird. Im Betrieb sichert er diesen Vorrat an Kühlflüssigkeit, der wegen durch die Schläuche diffundierender Flüssigkeit notwendig ist. Das heißt: Mit der Zeit verflüchtigt sich ein Teil der Flüssigkeit, was normal zu Luft oder einem Unterdruck im Kühlsystem führen würde. Diesen Verlust gleicht der Ausgleichsbehälter, daher der Name, aus.



Anschlüsse

Die grundlegenden Komponenten wären damit geklärt, aber die einzelnen Teile müssen ja noch irgendwie verbunden wären.
Hierzu gibt es grundlegend 3 verschieden Typen von Anschlüssen sowie diverse Arten von Schläuchen, wobei die Schlauchwahl von der Wahl des Anschluß-Typs abhängt.

Ein altes und einfaches System ist der sogenannte Tüllen-Anschluß. Hier wird der Schlauch einfach über eine Tülle geschoben und mit einem Kabelbinder oder einer Schlauchschelle fixiert. Grundsätzlich kann man alle Typen von Schläuchen, wie PUR, PVC und Silikon verwenden, jedoch erschweren einige besonders harte PUR-Varianten die Montage.

Plug&Cool oder Steckverbinder sind ein System aus der Drucklufttechnik, wo der Schlauch einfach in den Schlauch eingesteckt wird. Sie erfordern recht harte Schläuche, und sind daher für PVC und Silikon ungeeignet. Zudem muß hier beachtet werden, dass der Schlauch sehr sorgsam und gerade geschnitten muß, dass der Anschluß abdichten kann. Ein besonderer Vertreter dieser Art ist der hochwertige Festo Anschluß, den es in einer Vielzahl von verschiedenen Formen und Größen gibt. Hier liegt zugleich der größte Vorteil dieser Technik: Bei keiner anderen Anschluß-Art gibt es so viele verschiedene Varianten, wie z.B. Y-Stücke für den Parallelbetrieb oder sogar 45° Winkel zusätzlich zu den üblichen 90° Winkeln.

Zu guter letzt gibt es noch die Schraubanschlüsse. Hier wird der Schlauch über den Anschluß gesteckt und mit einer Mutter fixiert. Das System ist daher sehr sicher, zudem lässt sich jeder Typ von Schlauch verwenden. Dieses System gilt als das mit der größten Sicherheit, da der Schlauch stets sicher von der Überwurf-Mutter gehalten wird. Hier kann weder beim Aufbau noch beim Betrieb viel falsch gemacht werden, der Anschluß ist dicht und bleibt dicht.

Als gängige Gewinde für die Anschlüsse gibt es derzeit 1/4“ und 1/8“, wobei Letzteres immer seltener wird. Aus gutem Grund, da der Innendurchmesser meist unter 6, zum Teil sogar nur bei 4mm liegt, und daher hier eine potenzielle Durchflußbremse besteht. Aus diesem Grund auch hat zum Beispiel die Firma Alphacool kürzlich ihre Kühler komplett überarbeitet und bietet jetzt alle Modelle mit 1/4“ an, um den Durchfluß nicht schon am Anschluß einbrechen zu lassen.

Empfehlung:

Man legt also die Leistung einer Wasserkühlung nicht nur durch die verwendeten Kühler, Pumpe und Radiator fest, sondern auch durch die Wahl der Anschlüsse und der Art der Verschlauchung. Um ein System also möglichst leistungsstark aufzubauen, sollte man möglichst auf 1/8“ Anschlüsse verzichten, aber ebenso sparsam mit gewinkelten Anschlüssen und Schlauchlänge umgehen. In einem Winkel wird das Wasser nämlich z.T. unnötig abgebremst, zudem weisen gewinkelte Anschlüsse oft Engstellen oder geringere Innendurchmesser als gerade Anschlüsse auf.
Bei Plug&Cool Anschlüssen sollte man wissen, dass diese meist als Innenquerschnitt einen Innensechskant aufweisen, der zwar z.T. die Montage vereinfacht, jedoch auch die Strömung hindert.

Die Anschlüsse werden zusätzlich für verschiedene Schlauchdurchmesser angeboten, wobei 6/4, 8/6 und 10/8 gängig sind (Außendurchmesser/Innendurchmesser). Hier empfiehlt sich grundsätzlich die Wahl von 10/8, um den Durchfluß möglichst wenig zu behindern.
Es gibt zwar, meist im Ausland, noch größere Schlauchdurchmesser, jedoch sind diese hierzulande unüblich und bringen keine weitere Leistungssteigerung, da hiesige Kühler auf die Verwendung von 10/8er Schlauch und den hiesigen Pumpen-Dimensionen ausgelegt und optimiert sind.



Schläuche

Die erste Unterteilung der Schläuche fällt also mit ihrer Kompatibilität zum gewünschten Anschluß. Darüber hinaus gibt es jedoch noch ein paar weitere Besonderheiten.

Silikon-Schläuche sind mittlerweile relativ selten gesehen, da hier vergleichsweise viel Flüssigkeit diffundiert, zudem haben sie meist eine eher milchige, undurchsichtige Optik.

PUR Schläuche werden meist für Steckverbinder genutzt und haben als Vorteil zudem eine glasklare Optik. Legt man mit ihnen einen zu engen Radius, knicken sie komplett ab (was den Durchfluß natürlich stark stört), was jedoch z.T. für Anfänger bei der Verlegung hilfreich sein kann, da man den Fehler sehr leicht entdeckt. Problematisch ist bei ihnen jedoch, bedingt durch die Härte, dass sie Vibrationen übertragen. Möchte man sie also verwenden, sollte man evtl. die Schläuche direkt von und zur Pumpe aus PVC wählen, um eine Geräuschübertragung zu verhindern.

PVC Schläuche sind nicht so hart wie PUR und meist genauso klar in der Optik. Sie lassen sich leichter als PUR verlegen, haben jedoch die Eigenart bei zu engen Radien nicht direkt zu knicken, sondern „flach“ zu werden. Hier muß man bei der Verlegung genau hinschaun, um etwaige Durchflußbremsen zu entlarven.

Empfehlung:

Eine spezielle Schlauch-Art stellt der angebotene Tygon-Schlauch dar. Optisch klar wie ein PUR-Schlauch lässt er wesentlich engere Biegeradien zu als andere Schlauch-Typen. Damit ist es möglich, den Schlauch in sehr kurzen Wegen und fast ohne Winkel zu verlegen. Dabei bleibt er stets sehr formstabil, was einem konstanten Durchfluß zusätzlich zugute kommt. Dies wird zum einen durch ein spezielles Material erreicht (dieser Schlauch kommt auch im medizinischen Bereich sowie in Laboren zum Einsatz), sowie durch eine leicht erhöhte Wandstärke (der Außendurchmesser ist nicht wie normal 10mm, sondern knapp über 11mm). Je kürzer der Schlauch und je weniger Winkel im System, desto geringer ist der Widerstand und entsprechend umso höher der Durchfluß. Dieser Schlauch unterstützt also andere Maßnahmen der Leistungssteigerung im besonderen Maße, der Mehrpreis relativiert sich durch Einsparungen auf anderer Seite (Wegfall von Winkeln, Schlauch-Stabilisatoren, Schlauchlänge usw.).

Um die Verschlauchung also optimal zu halten, empfiehlt sich der Einsatz von 1/4“ Verschraubungen mit 10/8er Maß und Tygon-Schlauch (für den es optional angepasste Überwurfmuttern mit vergrößertem Maß gibt).



Grafikkarten-Kühlung

Bei den Kühllösungen für die Grafikkarte gibt es aktuell 3 verschiedene Varianten auf dem Markt.

Die einfachste Variante besteht aus einem Wasserkühler für die GPU kombiniert mit passiven Kühlern für RAMs und Spannungswandler. Dies war lange Zeit Stand der Technik und reicht auch heute noch für einen Großteil der Karten gut aus. Diese Art der Kühlung macht vor allem dann Sinn, wenn herstellerseitig nur die GPU mit einem Kühler versehen war.

Diese erste Variante lässt sich mit Wasserkühlern für die RAMs und Mosfets erweitern, z.B. durch die MCX-Serie. Hier werden dann alle leistungsbestimmenden Teile der Karte voll mit Wasser gekühlt, was eine optimale Kühlung und Leistung ermöglicht. Einziger Nachteil wäre hier wohl die recht umfangreiche Montage, die etwas Zeit in Anspruch nimmt. Ein großer Vorteil neben der sehr guten Kühlung ist aber, dass man die einzelnen Kühler auch bei einer neuen Karte weiter verwenden kann. Hier muß höchstens eine neue Halterung für die Kühler gekauft werden und schon kann man sie von einer alten auf eine neue Karte umbauen.

Aktuell sehr beliebt sind sogenannte Komplettkühler. Der Kühler besteht hier aus einem Stück und kühlt alle wesentlichen Teile der Karte, wie GPU, RAMs und Spannungswandler. Diese Kühler sind fast so einfach zu montieren wie reine GPU-Kühler, kühlen dann aber die komplette Karte. Nachteil hier wäre die eingeschränkte Kompatibilität (man muß also beim Kartenwechsel meist den kompletten Kühler tauschen) sowie das z.T. höhere Gewicht. Vorteile sind aber ganz klar die sehr gute Kühlleistung sowie die einfache Handhabung bei der Montage und eine klare Optik. Diese Kühler eignen sich besonders für aktuelle Hochleistungskarten, die die 6800er Serie von Nvidia oder die x800 Serie von ATI.


Empfehlung:

Bei einer einfachen Karte bietet sich die erste Variante aus GPU-Wasserkühler mit passiven RAM-Kühlern an, für aktuelle Hochleistungskarten die Kühlung per GPU-Wasserkühler in Verbindung mit MCX oder einem Komplettkühler.

 

(c) written by mrgreen 25.03.2007