Gesetz gekippt-Datenspeicherung bedarf Neuregelung

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Gesetz gekippt-Datenspeicherung bedarf Neuregelung

Beitragvon News N24 » 02.03.2010 14:31

02.03.2010 11:29 Uhr

Gesetz gekippt :scream:

Datenspeicherung bedarf Neuregelung

In einem überraschend deutlichen Urteil hat das Bundesverfassungsgericht die Vorratsdatenspeicherung für grundgesetzwidrig erklärt. Nun muss ein neues Gesetz erarbeitet werden.


Das Gesetz über die Vorratsdatenspeicherung ist verfassungswidrig und muss völlig neu gefasst werden. Das hat am Dienstag das Bundesverfassungsgericht entschieden. Damit beschied es der mit fast 35.000 Unterzeichnern bisher größten Massenklage in Karlsruhe einen unerwartet deutlichen Erfolg.

Weil die Vorratsdatenspeicherung in der geltenden Form gegen das vom Grundgesetz geschützte Fernmeldegeheimnis verstößt, erklärte das höchste deutsche Gericht das Gesetz für nichtig. Für die jetzt fällige Neufassung machten die Verfassungsrichter strenge Auflagen.

Nur bei Verdacht auf schwere Straftaten

Eine Vorratsdatenspeicherung in diesem Umfang ist nach dem Urteil nicht grundsätzlich verfassungswidrig, wie Gerichtspräsident Hans-Jürgen Papier erläuterte. Da sie in dem von der Großen Koalition verabschiedeten Form aber nicht den Anforderungen des Grundgesetzes entspricht, setzte Karlsruhe das Gesetz außer Kraft und ordnete die unverzügliche Löschung der gespeicherten Daten an.

Zudem erlegten die Richter dem Gesetzgeber auf, dass die Daten bei einer Neufassung der Bestimmungen nur beim Verdacht auf schwere Straftaten oder zur Abwehr einer Gefahr für Leib und Leben von den Sicherheitsbehörden abgerufen werden dürfen. Weitere Voraussetzung ist ein Richtervorbehalt.

Nach den Anfang 2008 in Kraft getretenen Bestimmungen mussten die Telefongesellschaften und Internet-Provider bislang die Verbindungsdaten ihrer Kunden für sechs Monate speichern. Konkret betraf dies Anrufer und Angerufene im Festnetz und per Handy, Mail- und IP-Adressen von Sendern und Empfängern sowie die Verbindungsdaten der Internetnutzung. Nicht erfasst wurde dagegen der Inhalt der Telefonate und Mails. Ziel des Gesetzes sollten eine effektivere Strafverfolgung und Terrorabwehr sein. Bei Straftaten oder zur Gefahrenabwehr konnten Staatsanwälte, Polizei oder Geheimdienste daher auf die Daten bei den Telefonunternehmen zurückgreifen.

Europäisches Recht tangiert

Das deutsche Gesetz über die Vorratsdatenspeicherung geht auf eine Richtlinie der Europäischen Union zurück. Das Bundesverfassungsgericht verzichtete aber darauf, den Europäischen Gerichtshof anzurufen, weil es laut Papier auf einen möglichen Vorrang des Gemeinschaftsrechts nicht ankommt. Bereits 2008 hatte Karlsruhe in einer Einstweiligen Anordnung entschieden, dass die Vorratsdaten von den Behörden nur bei schweren Straftaten, nicht aber etwa beim illegalen Herunterladen von Musik aus dem Internet abgerufen werden dürfen. In dem Urteil gehen die Richter mit ihren Auflagen jetzt aber weit darüber hinaus.

Damit hatten die Verfassungsbeschwerden von 34.900 Unterzeichnern der Klage des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung ebenso Erfolg wie die mehrerer Politiker, darunter die langjährigen FDP-Politiker Burkhard Hirsch und Gerhart Baum, aber auch die heutige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Die FDP-Politikerin ließ sich in Karlsruhe von ihrer Staatssekretärin Birgit Grundmann vertreten, da sie nicht in einer Doppelrolle als Klägerin und zugleich Beklagter auftreten wollte.

Wenn Bundestag und Bundesrat nunmehr ein neues Gesetz über die Vorratsdatenspeicherung verabschieden wollen, müssen sie nach dem Karlsruher Urteil auch erheblich schärfere Vorkehrungen für die Sicherheit der gespeicherten Daten schaffen. Eine Pflicht, sie sechs Monate lang aufzubewahren, ist nach den Worten Papiers nicht schlechthin verfassungswidrig. Allerdings handele es sich um einen besonders schweren Eingriff mit einer Streubreite, wie sie die Rechtsordnung bisher nicht kenne. Daher muss der Gesetzgeber sicherstellen, dass die Daten nur bei durch bestimmte Tatsachen begründetem Verdacht einer schwerwiegenden Straftat abgerufen werden dürfen. Auch müssen die Betroffenen zumindest nachträglich über die Verwendung ihrer Daten informiert werden.

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Re: Gesetz gekippt-Datenspeicherung bedarf Neuregelung

Beitragvon notafake » 02.03.2010 15:17

Dazu sag ich nur: WURDE AUCH ZEIT!
nix signature eh?
wer rechtschreibselfehler, gramattikfehler, beleidigungen, politisch unkorrekte äußerungen oder markenrechtsverletzungen findet darf sii behaalten!!
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Re: Gesetz gekippt-Datenspeicherung bedarf Neuregelung

Beitragvon BloodyRoar » 02.03.2010 21:58

bedarf neuregleung... naja man darf gespannt sein...
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Re: Gesetz gekippt-Datenspeicherung bedarf Neuregelung

Beitragvon tux-fan » 03.03.2010 10:19

BloodyRoar hat geschrieben:bedarf neuregleung... naja man darf gespannt sein...

Das denk ich auch. Das wird wohl so laufen, wie bei Hartz iV. Den Mindestsatz für Kinder ein wenig anheben und andere Dinge dafür kürzen; unterm Stich
genau die gleiche Summe wie vorher ( wenn nicht sogar weniger; Hartz IV Empfänger sind ja bekanntermaßen alle 'altrömisch dekadent' ).

Wenn die Vorratsdatenspeicherung verboten ist, werden eben so Sachen wie der Bundestrojaner favorisiert und weiter entwickelt. Die Bedrohung durch
abertausende von Terroristen unter uns, ist ja nicht dadurch beseitigt, daß man ein Gesetz beseitigt . Ganz sicher wird man auch in Zukunft nicht darauf
verzichten, uns Bundesbürger auszuspionieren; unterm Strich wird es anders laufen als bisher, aber es wird sicherlich nicht besser ( für den Bürger ) .
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Re: Gesetz gekippt-Datenspeicherung bedarf Neuregelung

Beitragvon djtechno » 03.03.2010 11:16

trotzdem eine gute nachricht :sleezy:
Abgesehen davon: Wenn der staat in zukunft daten braucht,dann macht er eben einen vertrag mit google :roll:
Wer eine Videokamera kaufen will, sollte die entscheidung nicht nur da dran festmachen, ob er spaß am filmen hat, sondern da dran, ob es ihm auch spaß macht
- stundenlang dv daten nach divx / dvd-video zu konvertieren
- auf rohlinge zu brennen
- sich mit dem uploader von google video rumzuärgern
- den rechner nächtelang für encoding und upload auf google video durchlaufen zu lassen
- ständig dvd-rohlinge und usb festplatten nachzukaufen
- sicherheitskopien auf usb hdd zu ziehen
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Re: Gesetz gekippt-Datenspeicherung bedarf Neuregelung

Beitragvon BloodyRoar » 03.03.2010 18:14

Das ist ein zweischneidiges Schwert...
Auf der einen Seite will man nicht dass man ausspioniert wird wie bei der Stasi, auf der anderen Seite kann man die Regierung aber auch verstehen dass sie ihre Terrorverdächtigen nicht aus den Augen verlieren will...

Deswegen weiss ich persönlich nicht so ganz wofür ich mich entscheiden würde...
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Re: Gesetz gekippt-Datenspeicherung bedarf Neuregelung

Beitragvon djtechno_ » 03.03.2010 21:46

Ja, früher hat halt der Geheimdienst inoffiziell und illegal die entspr. verdächtigen Leute abgehört. Und so hat der Staat seine Informationen über terroristen geriegt.
Da das eben inoffiziel war, wurde es auf das nötigste beschränkt und mit sorgfalt gehandhabt und bei kleinsten fehlern mußte der staat dafür geradestehen

das war so akzeptabel.
in dem moment, wo man offiziel grundrechte aushebelt, besteht die gefahr,daß immer mehr und mehr begehrlichkeiten aufkommen und "aus demvollenW" geschöft wird.
drum ist es wichtigm,daß die privatsphäre und grundrechte berste priorität haben,auch wenn es manchmal rein nüchtern betrachtet übertrieben wirkt,aber da der staat gerne mal inoffiziell etwas mehr macht,als er offizielltun sollte, bzw gerne gesetze und befugnisse sop weit wie möglich ausreizt und sich nicht immer an den grundsatz der verhältnismäßigkeit hält, ist es gut, wenn er eher etwas weniger befugnisse hat,als er haben sollte, durch das, was die geheimdienste dann inoffiziell und am gesetz vorbei machen, aber eben in sehr beschränkten rahmen, paßts dann unterm strich wieder...
djtechno_
 

Re: Gesetz gekippt-Datenspeicherung bedarf Neuregelung

Beitragvon Cod1 » 04.03.2010 10:01

Eine sogenannte Bedrohung durch Terrorismus existiert in Deutschland nicht, wer von uns ist schon Terrorverdächtig, für die sogennante Sicherheit zahlen wir Steuerzahler Millionen, ach was Milliarden, warum soll ich für etwas zahlen, wovon keine Bedrohung ausgeht, glaubt den beschissenen Medien nicht!

Für mich sind die Politiker die terroristen und ich muss wohl kaum begründen warum.

Als ob sich ein Terrorist in AOL einloggt und ankündigt, hach was stellen wir denn heute schönes an, Leute die wirklich kriminell sind, zahlen viel Geld für ihre anonymität und kennen sich bestens aus, da hat die Polizei einfach keine Chance!

Was hab ich heut Morgen gelesen "Polizeigewerkschaft fordert 3.000 Internet-Cops", ja klar, wir habens ja, am besten noch 1 Cop für jedes Forum, die Beamten werden wohl mehr beschäftigt sein, die kleinen Kiddys am Computer zu jagen und deren Leben zu versauen, als die wirklich großen Fische zu angeln.

Ach Deutschland kotzt mich so an, wird immer schlimmer hier. :angry:
Cod1
 

Re: Gesetz gekippt-Datenspeicherung bedarf Neuregelung

Beitragvon notafake » 04.03.2010 10:18

Cod1 hat geschrieben:...
Ach Deutschland kotzt mich so an, wird immer schlimmer hier. :angry:


Stimmt schon, realistisch gesehen ist aber auch die wahrscheinlichkeit dass einer von euch ausspioniert wird verschwindend gering, aber man weiss es halt nicht.
Trotzdem, sei froh wohnst nicht in China, die haben ja schon fast ihr eigenes Internet ^^

[Definition Internet gem. US Zeichentrick-Serie South Park]
SPOILER:
Bild
nix signature eh?
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